Wind für Frankfurts Kinder, Kinderbeauftragte starten in neue Legislaturperiode

Kinderbeauftragte sind in die neue Legislaturperiode gestartet

(kus) „So unterschiedlich wie die Stadtteile, so unterschiedlich sind die Projekte der Frankfurter Kinderbeauftragten – 44 gibt es inzwischen, so viele wie noch nie. Zwölf von ihnen sind Männer, 32 Frauen, die einen kaum dem Schulalter entwachsen, die anderen junge oder bereits erfahrene Eltern, wieder andere längst im Ruhestand. Fast die Hälfte wurde in dieser Legislaturperiode neu ernannt. Gemeinsam machen sie Wind für Frankfurts Kinder. „Ihr Einsatz – unabhängig der Parteipolitik – ist ein großer Schatz für unsere Stadt“, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber.
Wo drückt der Schuh?

Die Kinderbeauftragten wollen wissen: Wo drückt Kindern und Eltern der Schuh? Was kann man besser machen? Was gemeinsam anpacken? Azfar Khan ist seit Juli zuständig für den Stadtteil Hausen. Dort ist er aufgewachsen, dort lebt er immer noch. Er kennt die Kinder und Jugendlichen – und sie kennen ihn. „Wenn ihr Ideen habt, setzen wir uns zusammen“, sagt Azfar Kahn ihnen. Der Student will Treffpunkte im Stadtteil schaffen. „Außerschulische Anlaufstellen sind wichtig für Kinder und Jugendliche.“ Partizipation könne nicht früh genug beginnen.“

„Regelmäßige Sprechstunden, Besuche in Kindergärten und Schulen, Teilnahme an Straßenfesten – es gibt viele Möglichkeiten, mit den jüngsten Bewohnern im Stadtteil in Kontakt zu treten. Deren Wünsche mögen für Erwachsene manchmal klein klingen. Doch mit einem langersehnten Spielgerät für den Spielplatz, einer deutlichen Kennzeichnung des Zebrastreifens vor der Schule oder einem Treffpunkt für Teenager macht man die Kinder und Jugendlichen sehr froh.
Eltern ins Boot holen

Auch den Anregungen der Eltern schenken die Kinderbeauftragten Gehör. In Unterliederbach zum Beispiel gibt es nicht genug Betreuungsplätze. Rita Dämmrich-Broemel hat die Eltern animiert, eine Initiative zu gründen und den Kontakt zum Stadtschulamt vermittelt. „Zurzeit ruht das Engagement, alle Kinder sind untergebracht“, sagt die Kinderbeauftragte. Allerdings: Im Stadtteil wird viel gebaut, weitere Familien werden zuziehen. Zeit für Rita Dämmrich-Broemel, erneut die Werbetrommel für die Elterninitiative rühren.
Für eine familienfreundliche Stadt

Seit 22 Jahren gibt es in Frankfurt das Ehrenamt der Kinderbeauftragten, eine Konsequenz der UN-Kinderrechtskonvention, die vor 25 Jahren gesetzlich verbindlich festgeschrieben wurden. Die Konvention brachte nicht nur Bewegung in die Kommunalpolitik, sondern warf auch Fragen auf: Wie kann man Frankfurt zu einer familien- und kinderfreundlichen Stadt machen? Wie kann man die Rechte, die auf Papier geschrieben stehen, in die Realität umsetzen? Welche Sorgen haben Kinder? Und was macht ihnen Spaß? Im Jahr 1991 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, ein Kinderbüro einzurichten. Auf der Grundlage einer Satzung übernahmen drei Jahre später die ersten Kinderbeauftragten ihr Amt.
„Die Struktur, in der die Kinderbeauftragten hier in Frankfurt arbeiten, ist deutschlandweit einzigartig“, sagt Susanne Feuerbach, Leiterin des Kinderbüros. „Je mehr Informationen sie an das Kinderbüro übermitteln, desto bessere Arbeit konnten und können wir leisten.“
Kinderbüro berät und hilft

Der Ortbeirat schlägt die Kinderbeauftragen vor, durch den Magistrat werden sie berufen. Um das Ehrenamt zu bekleiden, braucht man jedoch kein Mitglied im Ortsbeirat oder einer Partei zu sein. Die Kinderbeauftragen sind allein den Interessen der Kinder verpflichtet, sie arbeiten überparteilich und eng mit dem Kinderbüro zusammen. Benötigen sie Fachwissen, das über ihre Kernaufgabe hinaus reicht – zum Beispiel weil es im Stadtteil einen Fall von Kinderschutz gibt, weil ein inklusives Freizeitangebot geschaffen oder in der Nachbarschaft ein Streit um eine Kita geschlichtet werden soll – dann hilft das Team im Kinderbüro weiter oder vermittelt an die passenden Fachleute in Ämtern der Stadt Frankfurt. Gleichzeitig bildet das Kinderbüro die Kinderbeauftragten selbst weiter – auf regelmäßigen gemeinsamen Treffen, in Einzelgesprächen und durch Workshops.

Die Aufgaben und Rechte der Kinderbeauftragten sind in einer Geschäftsanweisung geregelt. Allen voran sollen sie die Kinderrechte bekannt machen und umsetzen. Wie sie das konkret tun, bleibt den Kinderbeauftragten überlassen. Während die einen Kindergärten, Horte und Schulen besuchen, suchen andere den Kontakt bei Spielplatz-Begehungen oder Stadtteilfesten. Anderswo organisieren sie Kindersprechstunden oder Kinderanhörungen oder bauen ein Kinderparlament auf. Auch in die andere Richtung, nämlich in Politik und Verwaltung, klären die Kinderbeauftragten über die Kinderrechte auf: So machen sie beispielsweise in Stadtteilarbeitskreisen mit, pflegen Beziehungen zu Grünflächen- und Stadtschulamt und vernetzen Organisationen, Menschen und Parteien.
Hochgesteckte Ziele

Antje Arold-Hahn kennt ihre Ansprechpartner. Sie sorgt seit fünf Jahren für das Wohl der Kinder im Gutleutviertel. Deren drängendstes Problem: Im Stadtteil gibt es keine Grundschule. „80 Prozent der Kinder besuchen die Karmeliterschule im Bahnhofsviertel.“ Auf dem Weg dorthin müssen sie verschiedene stark befahrene Straßen überqueren. In den vergangenen Jahren hat Antje Arold-Hahn dafür gesorgt, dass diese Straßen besser gesichert werden. Noch lieber wäre der Kinderbeauftragten allerdings eine eigene Grundschule fürs Gutleutviertel. Einen möglichen Standort hat sie schon ausgekundschaftet: der Sommerhoffpark.“

Alle Informationen über die Kinderbeauftragten und ihre Tätigkeiten erfährt man auf http://kinderbeauftragte-frankfurt.de

Quelle: www.frankfurt.de am 23.11.2016

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